Ein Interview mit Solveig Fernlund

© Dean Kaufman

Für Arper war die Zusammenarbeit mit Solveig Fernlund bei der Gestaltung des ersten Showrooms in New York im vergangenen Jahr großartig. Seit mehr als einem Jahrzehnt entwirft die Architektin Wohnungs- und Geschäftseinrichtungen und hat den Wohnraum nahtlos mit dem Arbeitsumfeld vermischt. In diesem Interview berichtet Solveig Fernlund über die Inspiration, die hinter dem New Yorker Showroom von Arper steht.

Was bedeutet Architektur für Sie?
Wenn ich in einem vorhandenen Raum arbeite, versuche ich, das zu zeigen, was den Raum wirklich ausmacht, seine Struktur und das Tageslicht. Ich liebe das schwedische Wort “formgivare” (Formgeber), weil es impliziert, dass die Lösung da ist und nur darauf wartet, zum Vorschein zu kommen. In den Städten sind Innenräume der Ersatz für die Natur, ein Ort, an den man sich vor den geschäftigen Straßen draußen flüchtet, ein Ort der Ruhe, aber auch der Aktivität und Inspiration, eine Art von Menschenhand geschaffene Natur. Jedes Projekt muss kommende Änderungen berücksichtigen. Deshalb ist es von grundlegender Bedeutung, dass die Entwurfsphase ein gemeinschaftlicher Prozess ist und dass ein sehr offener Dialog mit dem Kunden geführt wird.

© Dean Kaufman

Woher kommen Ihre Inspirationen?
Aus der Natur und der Kunst. Vor allem aber aus der Musik, denn Musik ist abstrakt und drückt Dinge aus, die sich nicht in Worte fassen lassen. Das ist die offenste Form der Inspiration für mich.

Was war das Konzept für den Showroom von Arper?
Der Showroom von Arper ist ein wundervoller Loft in Soho, den ich öffnen wollte. Die Säulen und Deckenbalken sind freiliegend und werden genutzt, um die verschiedenen Verwendungszwecke zu definieren. Der Showroom selbst befindet sich im vorderen Bereich und ist durch ein einfaches System mit durchscheinenden Stoffbahnen unterteilt, die die verschiedenen Ausstellungsbereiche abgrenzen, sodass das Tageslicht in den kompletten Loft fallen kann. Das Personal teilt sich einen gemeinsamen, offenen Arbeitsbereich hinten im Loft mit kleineren, geschlossenen Bereichen für Meetings und private Unterhaltungen.

© Dean Kaufman

Welche Bedenken oder Einschränkungen für die Gestaltung gab es bei dem Projekt?
Ich wollte, dass die Kollektion von Arper in individuellen Gruppierungen und Arrangements präsentiert wird und sich alle Ausstellungsstücke zusammen in einem großen Raum befinden. Mit den verschiebbaren Trennwänden aus Stoffbahnen kann der Raum auf vielfältige Art verändert und neu arrangiert werden.

Wie interpretieren Sie die Beziehung zwischen Architektur und Möbeln?
Das ist alles Teil eines größeren Ganzen und beide Elemente unterstützen und ergänzen sich. Architektur sollte ruhig, zuverlässig und stark sein und sich selbst schrittweise offenbaren und entfalten. Möbel können verspielt, farbenfroh, in wenigen Einzelstücken oder großzügig platziert sein und passen sich an die Funktionen an.

© Dean Kaufman

Wie beeinflusst ein Arbeitsumfeld die Arbeit, die dort geleistet wird?
Mit gefällt es, die Grenzen zwischen geschäftlichen Bereichen und Wohnbereichen zu verwischen und nach den Qualitäten zu suchen, die einem vorhandenen Raum oder Ort innewohnen. Das Gestalten eines Arbeitsumfeldes unterscheidet sich nicht sehr von der Gestaltung eines Wohnraums. Unsere Umgebung hat einen direkten Einfluss auf die Arbeit, die wir tun, und darauf, wie wir uns in einem Raum fühlen. Das Arbeitsumfeld ist der Ort, an dem die meisten Menschen den Großteil ihrer Zeit verbringen. Wenn man diesen Ort betritt, sollte man immer an warmes und gutes Gefühl haben. Gleichzeitig sollte dieser Ort frei von Unordnung und Ablenkungen sein. Es ist die leere Seite, auf die du deine Gedanken projizierst, und für die Hektik und den Alltagsstress sollte hier kein Platz sein. Die Materialien sollten umgänglich sein, zum Berühren einladen und im Laufe der Zeit eine Patina entwickeln.

Was macht Ihrer Meinung nach ein “gutes Design” aus?
Gut zuhören können und eine starke Vision haben.

Arper Showroom New York
476 Broadway, Suite 2F
New York, NY 10013

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