Ausstellung Biennale Venedig

© ph. varianti.it

Das Thema des Britischen Pavillons auf der Venezianischen Kunstbiennale 2010 war Venedig selbst. Die Kuratoren von muf architecture/art wollten aus dem Vereinigten Königreich lediglich acht kleine Notizbücher aus der Ruskin Library der Universität Lancaster verwenden, die John Ruskin im 19. Jahrhundert in Venedig gekauft hatte, um darin die Ergebnisse seiner Recherchen für das große Werk Die Steine von Venedig festzuhalten.

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Alle sonstigen Ausstellungsstücke sollten aus Venetien stammen. Dahinter verbarg sich die Botschaft, dass einem Designprojekt stets eine detaillierte Betrachtung des Ortes, den man vorfindet, vorausgehen soll. Deshalb waren wir sehr froh, als sich die Chance einer Zusammenarbeit mit Arper ergab, dessen Stühle der Modelle Leaf und Palm wir für den Pavillon benutzten. Arper ist beides, lokal und global. In Treviso, nur zwanzig Kilometer von Venedig entfernt, beheimatet, bezieht das U+D351nternehmen die Komponenten für seine Möbel von Herstellern aus dem Veneto, während das Design Weltniveau erreicht.

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Der Stuhl Leaf mit seiner fragil wirkenden Gestellkonstruktion wurde ein integraler Bestandteil des Lagunen- Raums im Pavillon, der sich dem Verständnis der Beziehung zwischen der Stadt Venedig und ihrer natürlichen Umgebung widmete.

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Im Zentrum des Raums lud ein Zeichentisch der auf der Giudecca beheimateten Tischlerei Spazio Legno die Besucher ein, auf den hellgrünen Leaf-Stühlen platzzunehmenund jene Vögel zu zeichnen, die in der Lagune beheimatet sind.

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Ausgestopfte Exemplare (manche auch von inzwischen ausgestorbenen Arten) hatte das örtliche Naturkundemuseum zur Verfügung gestellt. Sie waren so aufgestellt, dass ihr Blick aus dem Pavillon hinaus, auf die Lagune zu gehen schien; ein großes Becken enthielt ein lebendiges Stück Salzmarsch, einschließlich Gras, Schilf, Strandflieder und Queller. Das von den Wissenschaftlern Jane da Mosto und Lorenzo Bonometto geschaffene, neun Meter lange Becken war eines der ambitioniertesten Projekte des Pavillons und erwies sich als große Attraktion für die venezianischen Schüler, die den Pavillon zu Hunderten besuchten. Nachdem die Biennale nun ihre Tore geschlossen hat, fahren wir mit einem Gefühl der Leichtigkeit nach Hause. Nach Großbritannien kehren nur Ruskins Notizbücher und einige Kisten mit Katalogen zurück, für alle anderen Ausstellungsstücke hoffen wir in Venedig eine dauerhafte Bleibe zu finden. Umgekehrt nehmen wir jede Menge Ideen mit, die in zukünftige Projekte einfließen werden — ein Prozess des Austauschs, den muf als Zweibahnstraße bezeichnet. Vicky Richardson, Direktorin für Architektur, Design und Fashion am British Council und Leiterin des Britischen Pavillons

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