Konversation mit 6A

© David Grandorge

Gegen Ende 2012 wird Arper seinen Flagship-Showroom in London eröffnen, einem Projekt in Zusammenarbeit mit dem Architekten Tom Emerson von 6A.

Mr. Emerson, welches Verständnis von Architektur vertritt Ihr Studio?
Unser Ansatz orientiert sich stark am Kontext, am Ort, dem Kunden und seinen Anforderungen. Die Räume, die wir schaffen, sollen subtil und eher zurückhaltend sein, ihre Identität erhalten sie durch Materialien und Details. Wir möchten Räume mit starkem Charakter schaffen, ohne dem Nutzer unseren Willen aufzudrücken.

Wovon lassen Sie sich inspirieren?
Wir lassen uns von Natur, Kunst und Literatur beeinflussen. Doch genauso wichtig sind die Details des Alltags, besonders wenn sie eine menschliche Antwort auf Ort und Klima zeigen. In dieser Hinsicht sind wir ganz stark von dem Künstler Richard Wentworth beeinflusst.

Wie sieht Ihr Konzept für den Showroom aus?
Eine einfache architektonische Einheit aus verschiedenen Materialien in Weißtönen, die in eine Betonhülle eingelassen ist und einen individuellen Hintergrund für die Möbel bietet. Einfacher Kalkputz, gebleichte Eiche und emailliertes Gussaluminium bilden einen sanften, handwerklich hochwertigen Raum, der sich auf zwei Seiten zur Straße hin öffnet. Wir haben versucht, einen Raum mit einer direkten, betonten Verbindung zwischen architektonischem Raum und Möbeln zu entwerfen. Die Sekundärdetails der Architektur, also Türen, Eisenteile, Träger und Fußleisten, wurden entfernt zugunsten einer einfachen Beziehung zwischen Raum, Licht und Möbeln.

Wie war der Raum ursprünglich beschaffen, wie sieht es in der Umgebung aus?
Der Raum befindet sich mitten in Clerkenham im Osten Londons, dem gegenwärtigen Zentrum für Architektur und Design in London. Ursprünglich befand sich hier das italienische Viertel mit einer feinmechanischen Industrie, die Uhren und wissenschaftliche Instrumente herstellte. Daher ist die Gegend durch zahlreiche Industriebauten geprägt.
Der Showroom befindet sich in exponierter Lage, Transparenz und Sichtbarkeit sind zentrale Merkmale. Mein Ziel ist es, an der belebten Straße einen Ruhepol zu schaffen.

Wie verläuft die Zusammenarbeit mit Arper?
Bei unserem ersten Treffen mit Claudio Feltrin und dem Möbeldesigner Alberto Lievore entdeckten wie unsere gemeinsame Begeisterung für Literatur — besonders für Italo Calvino — und natürlich für Architektur und Design. Gespräche mit Arper sind immer eine ganzheitliche Sache, bei denen viele Dinge angesprochen werden, die über das Design hinausgehen und dadurch unsere Einsicht in die sich stellenden Herausforderungen erweitern. Ich bin sehr beeindruckt von der Art, wie Arper das technische und handwerkliche Know-how der Gegend um Treviso nutzt, um Hightechkunststoff, Präzisionsstahl bis hin zu herrlicher handgearbeiteter Lederpolsterung zu produzieren. Wissen, Innovation, Handwerkskunst und Lebensqualität — all das vereint sich zu einem guten natürlichen System.

Wie sieht 6A die Beziehung zwischen Architektur und Möbeln?
Für mich soll diese Beziehung frei und flexibel sein. Im 18. Jahrhundert, vor dem Zeitalter von Gaslaternen und Zentralheizung, waren Möbel sehr leicht, damit man sie ohne Mühe ans Fenster oder in die Nähe des wärmenden Feuers rücken konnte. Mir gefällt die Idee einer Architektur, die ruhig und einfach ist, indem ich das Tageslicht nutze. Entsprechend sind die Möbel so arrangiert, dass sie auf geänderte Bedürfnisse reagieren können. Arper-Möbel passen da hinein; sie sind leicht und elegant — für den Betrachter wie für den Benutzer.

Wodurch zeichnet sich für Sie „gutes Design“ aus?
Leichtigkeit. Genauigkeit. Schlichtheit.

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