Konversationen mit Ichiro Iwasaki

© Marco Covi

TOKYO, Japan — In der noch jungen Zusammenarbeit mit Arper interpretiert der Tokioter Designer Ichiro Iwasaki Philosophie und Designkonzepte Unternehmens und entwirft eine Familie von Ottomanen namens Pix — eine
lebendige und zugleich ausgewogene Landschaft, die auf Farbe, Größe, Anordnung und Zwischenräumen beruht.

Einige von Iwasakis Gedanken über Design: Über Kreativität «Wir sollten uns bewusst darum bemühen, eine kreative Umgebung schaffen, in der wir suchen, ohne Lösungen produzieren zu wollen. Wenn wir die Reaktionen in uns selbst aufmerksam wahrnehmen und die richtigen Fragen stellen, dann, so denke ich, werden wir am Ende etwas in uns zu fassen bekommen, das über reines Wissen oder Erfahrung hinausgeht».

Über Weisheit «Die Erlangung, unmittelbare Verarbeitung und Einlagerung von Informationen in unserem Hirn hat für uns scheinbar oberste Priorität. Dabei ist es nicht Wissen, was wir brauchen, sondern Weisheit.
Nicht die Menge der Information ist entscheidend, sondern die Art, wie wir an ein Problem herangehen».

Über Balance «Die Zeiten haben sich geändert. Die Ära, als Dinge mühelos in unendlichen Mengen hergestellt werden konnten, ist vorbei. Um es auf eine allgemeine Formel zu bringen: Wir befinden uns in einer Übergangsphase der Zivilisation, und deshalb müssen wir zu einer Balance zwischen Verstand und sinnlicher Wahrnehmung gelangen».

Über Ethik «Ethik und sinnliche Wahrnehmung sollten uns wichtiger sein als die Logik. Designer müssen über diese Dinge nachdenken und sie berücksichtigen.

Über das Denken «Ich wäre glücklich, wenn Designer mehr spürten und weniger nachdächten. Nur wer die Dinge spürt, kann schöpferisch tätig werden, erlangt das Potenzial, sich selbst weiterzuentwickeln».

Über das Fragen «Ich suche nicht nach Antworten auf Fragen wie: ‘Was ist Design?’ oder ‚Was soll ich tun?‘. Ich denke, Fragen zu stellen ist designen. Es kommt darauf an, sich einer Frage ernsthaft zu stellen».

Über Zeit «Ich halte es nicht für richtig, innerhalb von ein, zwei Wochen eine Bratpfanne zu designen, die zehn, 20 oder auch 30 Jahre halten soll. Ich glaube, dass die Zeit, die man aufwendet, um ein Produkt zu designen, und die Lebensdauer des Produkts selbst in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen sollten».

Über Chaos «Für uns Japaner hat das Wort Chaos einen negativen Beigeschmack. Wir verbinden damit Unordnung, Konfusion oder Unvollkommenheit, einen unangenehmen Zustand. Ich selbst habe lange dagegen gekämpft anzuerkennen, dass in mir ein chaotischer Zustand herrscht, bis mir eines Tages bewusst wurde, wie sinnlos es ist, Lösungen zu forcieren. Überraschenderweise habe ich dadurch Dinge erkannt, die ich vorher nicht gesehen habe, die meine Gedanken geordnet und mich den Lösungen näher gebracht haben».

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