Konversationen mit Simon Pengelly

Simon Pengelly© Studio Pengelly

London, UK — Der Londoner Designer Simon Pengelly interpretiert Arpers Philosophie und Designkonzepte und entwickelt sie weiter. Ergebnis dieser Zusammenarbeit sind ein Tisch und ein Hocker namens Nuur bzw. Babar.

Nuur (2009) besteht lediglich aus vier Eckbeinen, vier Verbindungsstücken und einer Platte und ist in mehreren Größen erhältlich, so dass er sich für die unterschiedlichsten Zwecke und Umgebungen eignet.

Babar in progress by Simon Pengelly© Studio Pengelly

Babar (2006) ist verspielt und raffiniert zugleich, technisch komplex und flexibel genug, um damit viele Sitzlösungen in verschiedenen Umgebungen zu bieten.

Simon Pengelly© Studio Pengelly

Beide sind Ausdruck von Pengellys Designphilosophie. Pengellys Designphilosophie kurz und knapp: Uns Engländern fällt es schwer, unsere Gedanken auszudrücken, weil wir uns einer derart selbstbezogenen Aktivität beinahe schämen — und ich bilde da keine Ausnahme. Diese Zurückhaltung in der Selbstdarstellung beeinflusst auch die Art, wie Gedanken Gestalt annehmen, und man könnte durchaus sagen, dass sie einen positiven Einfluss auf den
Prozess hat, wie aus dem Gedanken ein Produkt wird. Stille ist eine entscheidende Qualität guter Produkte. Diese Produkte folgen keinem Trend, ihre Eigenschaften ergeben sich aus der eingehenden Würdigung von Funktion,Material, Umgebung, Erkenntnis und Vertrautheit — und das ohne viel Lärm. Für mich gibt es kaum etwas Aufregenderes und Interessanteres als die Möglichkeit, den Markt durch stilles Design zu beeinflussen.Das mag manch einem als Widerspruch in sich erscheinen, denn “still” ist oft gleichbedeutend mit nicht beachtet werden. Paradoxerweise sind die stillen Produkte oft diejenigen, mit denen sich die Leute am wohlsten fühlen. Daher bietet sich hier die Gelegenheit, die Gesellschaft zu beeinflussen, indem man die Massen anspricht und nicht nur einige wenige. Massenproduktion wird gewöhnlich als unpersönlich und unkünstlerisch wahrgenommen. Ich glaube jedoch andas Potenzial eines massenhaft hergestellten Produkts, das eine Aura der Qualität ausstrahlt, die in der Balance einer unprätentiösen Kombination von Form, Material und Funktion begründet liegt: erschwingliche Produkte zu einem Preis, wie man ihn von Massenware erwartet. Diese Balance ist nicht leicht zu  erreichen, schließlich soll kein Element das andere dominieren; das Ziel sollte sein, Produkte zu kreieren, die “den Boden nur leicht berühren”, mit Eigenschaften, welche die Umgebung bereichern, ohne sie zu überdecken. Diese Balance, die sich ästhetisch über die Proportionen und metaphorisch durch die richtige, sinnvolle Verwendung von Materialien und Fertigungstechniken erreichen lässt, ensteht, indem man alles Überflüssige wegnimmt, ohne dadurch das Produkt seiner “Seele” zu berauben. Hierin liegt die Chance, Formen zu erschaffen, die durch ihre Reduktion eine Leichtigkeit besitzen, wie wir sie aus der Natur kennen, wo nichts Überflüssiges existiert und das Sinnliche und Weiche seit je still überdauert.

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